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"Alles nur hirnrissige Fantasie!" - "Richtig! - und was weiter?"

Der Vorwurf “wilder” bzw. “reiner” Fantasie wird am ehesten von denen erhoben, die auf das Hirnrissige keine Anwort wissen.

Das Hirnrissige bereitet den Schulmeistern, den Rechthabern, den verbissenen Standpunktvertretern Kopfschmerzen, die der Vorstellung eines Reissens im Hirn entsprechen.

Es liegt an der Unflexibilität der Denkautomatismen, die sie wie ein versierter Bridge- oder Schachspieler reflexartig auf ihre Fachgebiete anwenden aber nicht auf konkrete Lebensumstände und -situationen umzusetzen bzw. zu übertragen vermögen. Sie benutzen ihr Denkvermögen vorrangig zur Einkommenssicherung und ein wenig noch zur Formulierung bei ihresgleichen brillant wirkender Sentimentalitäten.

Sie beherrschen meisterhaft eine regelgemässe Kombinatorik, versagen aber beim Kombinieren von Ungeregeltem bzw. nicht Regelbarem.

Die Existenz bzw. Ex-sistenz von “keinen” Regeln Unterworfenem bereitet Ihnen Angst, die sie aber durch Empörung kompensieren um ihre Schwäche und Hilflosigkeit gegenüber Grösserem als in ihrem Fassungsvermögen Platz finden kann zu übertönen und überblenden.

Sie haben keine Vorstellungen davon, dass es noch ganz andere Regeln und Regelsysteme gibt als diejenigen, die ihnen einleuchten weil sie ihren Strategieen und Gewohnheiten von Behauptung, Durchsetzung, Vereinnahmung, Rechtfertigung und Abwehr entgegenkommen.

Sie verkennen völlig und verdrängen beharrlich alle erwiesenen Irrtümer, die etablierter Wissenschaft und darauf gründenden Vernunfthaltungen und Moralsystemen unterlaufen sind.

Zur Sicherung ihrer Karrieren und Einkommen sind sie gezwungen, das Lied derer zu singen, deren Brot sie essen. Sie haben sich angewöhnt, die Wahrnehmung ihrer Vorgesetzten bzw. derer, die ihnen augenblicklich empfindlich überlegen sind, für die eigene zu halten oder jedenfalls eilfertig als die ihre auszugeben. 

Ach ja! - diejenigen an sog. Spitzenpositionen mit himmelschreienden Gehältern, die haben ja scheinbar gar keine Vorgesetzten! - Absolut richtig, die haben statt dessen “Berater”, die sie sich offiziell selber aussuchen und ganz inoffiziell die Einflüsterer, die ihnen zu gewissen Bedingungen die erreichte Position verschafft haben. Und die erste Grundbedingung ist, die Einflüsterungen der für andere Unnahbaren und Unerkannten für die eigene Meinung zu halten bzw. auszugeben. Das ist, was hinter der publiziertn, sog. “Objektivität” und “Rationalität” letztendlich immer steckt.

Je höher die leitende Position in einem weitreichenden Beziehungkoagulat, desto unbedeutender die Freiheit, ausserhalb der allgegenwärtigen Zwänge des Koagulats und der Beibehaltung der darin erlangten Position das für das eigene gehaltene Wahrnehmen und Denken aus eigenem Anlass und Bedürfnis heraus zu hinterfragen.

Was eigentlich macht eine Position erstrebenswert? Letztlich sind es die Aufmerksamsansprüche gegenüber Fachwelt, Politik, “Insidern” und die an all das anknüpfende “Öffentlichkeit”.

Natürlich heisst es in Interviews regelmässig, es sei die von der Position gestellte “Herausforderung”. Die Öffentlichkeit meint dann, damit sei die Schwierigkeit, gewisse Aufgabenkomplexe zu bearbeiten und Lösungen dafür zu finden gemeint. In Wahrheit geht es nur um die Repräsentation von der Öffentlichkeit missverstandener “Herausforderung”, nach unten in der Führungshierarchie und nach aussen für den Medienklimbim. 

"Einfluss" auf die der konkreten Herausforderung immanente Dynamik und Entfaltungspotentiale wird von denen ausgeübt, die das Beziehungskoagulat von "aussen", jeder Kontrolle durch Politik und Öffentlichkeit entzogen, kontrollieren und lenken.

Die Gewissheit, dass die hier erörterte Meinung von denjenigen, die es betrifft, als “hirnrissige Fantasie bzw. als “Verschwörungstheorie” abgetan wird, ist 100%ig.

Dafür, warum es Leserinnen und Leser geben mag, die diese Meinung zumindest nicht empört und auch nicht gerade tödlich langweilt, wird es keine Statistik geben aber die Gewissheit, dass es eine marginale Anzahl der von “Vernünftigen”, “Experten” und “Verantwortlichen” nicht Belehrbaren gibt, ist ebenfalls 100%.

Die Intoleranz und Verbissenheit, mit der finanzierte Wissenschaft heute ihren Unfehlbarkeitsanspruch auf die Tatsache gründet, dass sie finanziert wird und mit dem Untergang des Abendlandes und einem zivilisatorischen Rückfall in vorsintflutliche Umstände droht, falls sie nicht mehr gehörig finanziert werde, erinnert an die Anmassungen der von ihr in ihren frühesten Befreiungsanfängen leidenschaftlich kritisierten, “christlich” klerikalen Vorgängerinstitution.

Gerade ihre (Wissensch.) Abhängigkeit davon, finanziert zu werden, um weiter zu bestehen und “wissenschaftlich” die von ihr direkt bzw. durch ihre technischen oder auch sozialpolitischen Anwendungen angerichteten Schäden als “Fortschritt” bzw. als den unumgänglichen Preis dafür darzustellen, zwingt sie dazu, nicht finanziertes Denken und Darstellen nach dem Motto:”Was nichts kostet ist nichts wert” zu disqualifizieren oder gar als verderblich hinzustellen. Auch das erinnert an die von ihrem Vorgängerkult praktizierte Erfindung und Verfolgung von Ketzern.

Es ist ganz klar: Die Wissenschaft wird finanziert, um denen das “richtige Denken” nicht bloss beizubringen sondern auch zu befehlen, denen sie, nach dem Prinzip : “Wer zahlt, befiehlt” Lohn bezahlt.

Das immense globale Heer der Lohnempfänger entwickelt aus der Lohnabhängigkeit seiner Milizen eine gewisse Scheu, ausserhalb der beruflichen Aufgaben, der Vorgaben am Arbeitsplatz, der Bedingungen in der Arbeitswelt eigene, autonome Deutungs- und Denkformen, -strukturen und -systeme zu entwickeln. Das schafft in breiten Bevölkerungsschichten Vorurteile gegen Wahrnehmungen, die nicht zum täglichen Stoff der sog. “Information” gehören und eben bloss als reine Phantasie zu Unterhaltungszecken, ohne Anspruch auf Ernsthaftigkeit, gerade noch geduldet werden kann.

Alles, was nicht durch wirtschaftlich als notwendig bzw. nützlich anerkannte und entsprechend entgoltene Arbeitsmethoden bzw. prozesse geregelt ist, gilt eher als Zeitvertreib und kann, wo es herrschende Meinungen, Lehren und Gewohnheiten in Frage stellt bzw. mit diesen in störender Weise nicht zusammenpasst, leicht als “unseriös”, Scharlatanerie oder eben “hirnrissige” Fantasie verspottet, gerügt oder gar als Aberglaube verfolgt werden. Für alles aber, wofür beträchtliche Finanzierung öffentlich oder privat gewährleistet ist, gilt bis zum fast nie zugelassenen Beweis des Gegenteils die Vermutung der Seriosität.

Andere als “wissenschaftliche” bzw. auf “wissenschaftlich erwiesene” Daten und Methoden gründende Feststellungs-, Darstellungs und Eklärungsformen und -systeme als “unwissenschaftlich” hinzustellen, mag, je nach Definition von “Wissenschaft” noch angehen, ja ist sogar richtig wenn auch gerade dann ebenso müssig.

Das per definitionem klar Unwissenschaftliche als allein deswegen als in jeder Hinsicht für tiefere Einsichten in das Mensch Sein und dessen Verumständungen wertlos oder gar schädlich hinzustellen ist nicht nur in bedenklichem Masse intolerant sondern sogar selber an sich unwissenschaftlich bzw. wissenschaftlich undiszipiniert, weil über die Kompetenz und die Aufgaben des als Wissenschaft Definierten (Abgegrenzten) selbstherrlich hinausgreifend, oft allein in der Absicht, Wissenschaft als alleingültige und respektable Erkenntnismethode exklusiv zu vereinnahmen und daneben nichts anderes zu dulden. Eine so engstirnig aufgefasste Wissenschaft dient nicht dem Erkenntnisgewinn sondern einem epistemekratischen Machtanspruch (Erzwungenes Denk- und Wissens- und Einbildungsmonopol einer institutionalisierten Wissenschaft).

Der an sich nichtssagende Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegen Erkenntnis- und Einsichtsäusserungen, -formulierungen und -darstellungen, die zwar Anspruch auf Ernsthaftigkeit und Redlichkeit, nicht aber auf Wissenschaftlichkeit (im  - ja, kommerziellen, da ja finanzierten bzw. mit Gewinnabsicht investierenden - Sinne) erhebt wird auffallend häufig von Menschen mit eingeschränktem Daseins- und Denkhorizont erhoben. Auch Nobelpreisträger oder dafür Vorgeschlagene gehören dazu. Die hier wirkende Beschränkung ist nicht durch Mängel rein intellektueller Leistungsfähigkeit bedingt sondern durch Selbstbehauptungs- und Selbstdarstellungsstrategieen und -schaltungen derer, deren Lebenssinn im Erstreben und Erlangen wissenschaftlicher Bedeutung besteht.

Die nichtwissenschaftlichen Erkenntnis- und Einsichtsbemühungen sind von genau denselben menschlichen Schwächen beeinträchtigt wie die im Dienst des  Profitstrebens finanzierten. Auch sie sind nicht gegen Missbräuche zu Profit- und Machtzwecken gefeiht. Der Anteil an Redlichkeit und Ernsthaftigkeit der Handhabung der Ergebnisse unterscheidet sich in seiner Grösse kaum vom entsprechenden Anteil bei den etablierten und finanzierten Wissenschaften.

Während die Abhängigkeit des Denkens in den finanzierten Wissenschaften karriere- bzw. lebensunterhaltbedingt ist, ist sie bei den “nicht wissenschaftlichen” Wissens- bzw. Einbildungssystemen durch nicht materielle Sehnsüchte nach Bestätigungen etwa für einen Sinn des Lebens provoziert, was in einer grossen Zahl der Fälle allerletztlich nicht auf viel anderes hinausläuft als der Glaube an die institutionalisierten und finanzierten Einbildungssysteme.

Sämtliche Einbildungssysteme, auf welchen Definitionen von Wissen und dessen Rang in fantastischen Ordnungen tun gut daran, einander als menschliches Bemühen und Strampeln um Zurechtfindung im letztlich Unfasslichen zu respektieren und zu würdigen statt sich gegenseitig geringzuschätzen. Was ihre Qualität ausmacht, ist nicht der Aufwand, der dafür getrieben und nicht der Beifall, der für ihre Ergebnisse organisiert wird, sondern die Ernsthaftigkeit, Redlichkeit und Respekt gegenüber anderen und ganz anderen, ebenfalls durch Ernsthaftigkeit, Redlichkeit und Respekt gewonnenen und gediehenen An- und Einsichten. Ihnen allen ist gemeinsam, Erfahrenes mitzuteilen und auszutauschen, ohne Konkurrenzangst und ohne Ansprüche auf Privilegien.

Das ist eine Übersicht über die Gründe, warum ich es als mit einem kritischen Geist und Denken für nicht nur vereinbar sondern zu seiner Übung und Entwicklung notwendig erachte, Menschen, die an die Fähigkeit von medial Begabten, Botschaften aus anderen Bewusstheitsbedingungen und -quellen als den mühselig und hartnäckig konstruierten der etablierten Wissenschaften weiterzugeben, ernst zu nehmen.

Dabei muss man sich auch bewusst sein, dass die Sprache Allgemeingut aller Menschen ist und deren Wortschatz nicht allein gewissen Wissensbereichen oder Interessen vorbehalten ist und daher dessen Verwendung und themenbezogene Deutung frei sind. Das bedeutet auch, dass dasselbe Wort auf der Ebene des einen Themas bzw. Zusammenhangs eine andere symbolische Bedeutung hat als auf einer Ebene, wo es für reine alltägliche Belange benutzt wird. Manche Kritik, die aus zu spärlicher Sprachkenntnis bzw. unvollkommener Sprachbeherrschung geübt wird, stösst in der Sache ins Leere und findet bei sich mit Seichtem Begnügenden flüchtiges Gehör.

Wer verstehen will, was hier gemeint ist und z.B. von höherer Mathematik nur vom Sagenhören weiss, führe sich versuchsweise Definitionen mathematischer Begriffe zu Gemüte. Wüsste er/sie nicht, dass der von ihm/ihr gelesene Text von einem kompetenten Mathematiker geschrieben ist, käme leicht zur Vermutung, hier seien Wahnsinnige am Werk, weil er/sie das Geschriebene schlicht und einfach nicht versteht.

So gibt es neben der Mathematik und neben den etablierten Einbildungs- bzw. Vorstellungssystemen und Meinungen, was dem “Wissen” zugänglich sei, noch viele Systeme, von denen man zuvor noch nie gehört und deshalb geglaubt hat, es gäbe sie nicht.

"So gibt’s noch manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn."

Zitat : Matthias Claudius in “Der Mond ist aufgegangen”

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